Rajivan Ayyappan/Indien

tele-scape

Ich versuche, mir ein brechend volles Stadion und den Fußball vorzustellen – die kollektive Bewegung einer Menge, wie sie einem runden Gegenstand folgt.

Auf der audiovisuellen Landkarte Indiens würde man eine riesige Menge überdimensionierter Fernsehapparate sehen. Die Übertragung wäre bisweilen gestört und in die Bilder von dem Spiel würden sich Fragmente anderer Ereignisse mischen. Menschen würden sich vor den Schaufenstern der Geschäfte, die Fernsehgeräte feilbieten, drängen, um das Spiel von der Straße aus zu verfolgen.

Mein heutiger Fußballbegriff hat viel mit solchen Bildern und Sounds zu tun. Mein Involviertsein ist temporär und erfolgt immer dann, wenn ich an den verschiedensten Orten mit Fußballereignissen in Berührung komme. Mein Verhältnis zu diesem Sport ist auch durch eine Reihe von Tele-Erfahrungen geprägt, also eine andere Art von Zugang als im Stadion.

Solche Erfahrungen – Fernsehen und Architektur – bilden mit ihrer ganz eigenen Ordnung das wichtigste Quellenmaterial für meine Komposition tele-scape. Das Stück basiert auf der Interaktion zweier Arten von Sound-Landschaften, die in gegenseitiger Abhängigkeit stehen. Die eine bezieht sich auf die akustische/elektroakustische Beschaffenheit der Menge im Stadium. Die andere funktioniert nach einer bestimmten Logik, die den Bewegungen des Fußballs entspricht.

Rajivan Ayyapan
Klangkünstler/Komponist
Nationalität: indisch
Geburtsdatum: 2. März 1965
Künstlerische Ausbildung:
Studium der Design-Methodik und visuellen Kommunikation am National Institute of Design, Ahmedabad, Indien (1984-1990)
Musikalische Ausbildung:
südindische Musik (Vocals/Percussion, 1970-1982)
Studium bei Sri. Ithittanam Kuttappan, Bhagavadar, Kerala
nordindische Musik (Vocals, 1984-1986)
Studium bei Pdt. Atul Desai, Ahmedabad
andere Instrumente: Sarod, Khomak, Gitarre und verschiedene Schlaginstrumente
Wirkungsfeld: elektroakustische Musik/improvisierte Soundinstallationen

Installationen
The air around: Soundscape-Installation, global networked performance, worldinformation.org, Bangalore 2005.
Signals untitled: Soundscape-Installation, basierend auf Kartenmaterial von Bangalore, Srishti School of Arts and Design, Bangalore 2004.
Metroscapes: Soundscape-Kompositionen aus der Pariser Metro, eigenfinanziert, Paris 2004.
Found sounds: vorgefertigte Klangobjekte, basierend auf Gegenständen, die der Künstler von seinen Reisen mitgebracht hat; finanziert von Net-Art Forum, 2003.
Subsequent hearing: Soundscape-Kompositionen aus dem urbanen Indien, finanziert von Sarai New Media Forum, Dehli 2003.
Notebook 45 minutes: ortsspezifische Multimediaperformance, finanziert von der Kunststiftung Indien, Bangalore 2001.
Whistle tree: Zufallsmusik aus der Umgebung/Landschaft, ortsspezifische Installation, finanziert von Radiodrum Electroacoustic, Bangalore 2001.
Film und Video
Printed rainbow: Animationsfilm (13 Minuten) von Gitanjali Rao, Mumbai (Bombay) 2005.
Straight 8: Zusammenschnitt von 8mm-Filmen (18 Minuten) von Ayisha Abraham, Bangalore 2005.
The Rising (Mangal Pandey): Spielfilm (120 Minuten) von Ketan Mehta, Kaleidoscope Productions, Mumbai (Bombay) 2005.
15 Park avenue: Spielfilm (120 Minuten) von Aparna Sen, SPS Productions, Kalkutta 2005.
My wife’s murder: Spielfilm (120 Minuten) von Jiji Philip, Ram Gopal Varma Productions, Mumbai (Bombay) 2005.
Gram-vikas 100%: Video (45 Minuten) von Mamta Moorthy, Mumbai (Bombay) 2003.
Turtle people: Video (75 Minuten) von Surabhi Sharma, Crysallis Productions, Mumbai (Bombay) 2002.
Child play: Animationsfilm (10 Minuten) von Monali Sadanan, National Institute of Design, Ahmedabad 2001.
Naja goes to school: Kurzfilm (20 Minuten) von Chilpa Ranade, Mumbai (Bombay) 1999.
Thatchusastram: Spielfilm (60 Minuten) von Sasibhooshan Doordarsan, Trivandrum 1995.
VK Krishnamenon: Spielfilm (60 Minuten) von Ramu Aravindan, Indian Film Division 1993.
Choreographie
Itself: 8 Minuten, Choreograph/Performer: Saju Hari, für das Choreographieprojekt „Snagged and Clored” am Royal Opera House, London 2005.
Moner manush: 47 Minuten, Choreograph/Performer: Khalid Tyabji, Theatre Trust, Bangalore 2002.
Inaugural music: 20 Minuten, Choreograph: Jaychandran P., Attakkalari, Contemporary Dance Festival, Kochin 1999.
Far yest too close: 17 Minuten, Choreograph: Jaychandran, Imlata Dance Company, London 1998.
120 footsteps: 14 Minuten, Choreograph: Tripura Kasyap, Apporva Dance Company, Bangalore 1997.
Spin: 2 Minuten, Choreograph/Performer: Viswakant Sinha, Neu-Delhi 1997.
Media: 20 Minuten, Choreograph/Performer: Jhumma Basak, Kalkutta 1996.

Projekte

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