Listening Beyond
Der konzeptuelle Leitfaden dieser Komposition besteht darin, starke Bezüge zwischen zwei disharmonischen Welten herzustellen – einer Fußballbegegnung und zeitgenössischer ernster Musik. Das Fußballspiel wird musikalisch als dramatischer Handlungsablauf interpretiert, in dessen Verlauf verschiedene Bezüge zwischen Fußball und Musik hergestellt werden. Die Bezüge lassen sich drei Kategorien zuordnen:
1 – Bildliche Bezüge – Konkrete und referenzielle mit Fußball verbundene Klänge werden in musikalische Elemente umgesetzt: ein Schuss mit dem Ball wird zu einer perkussiven Attacke transformiert, ein Schiedsrichterpfiff zu einem Instrumentaltremolo, das Fanfarentröten der Fans im Stadion zu spannungsvollen Soundblöcken.
2 – Strukturelle Bezüge – Teamstrategien werden in musikalisches Vokabular umgesetzt. Die beiden Teams stellen zwei gegensätzliche Pole dar; jedes Team ist einer spezifischen Harmonie zugeordnet. Die Harmonien spielen auf verschiedene Musikkonzepte an (Barock versus Atonalität). Aus dieser Polarität ergibt sich ein Wettstreit um die Höraufmerksamkeit, der die Haupthandlung des Werks ausmacht. Der narrative Charakter wird durch eine besondere, zwischen den Boxen wandernde Klangdynamik und die Transposition von visueller TV-Syntax in musikalische Syntax noch betont.
3 – Symbolische Bezüge – Erste Halbzeit, Pause und zweite Halbzeit des Spiels werden musikalisch in drei Sätze transformiert (Allegro, Intermezzo – welches das Allegro kommentiert – und Vivo). Musikalische Fragmente in den einzelnen Sätzen übertragen die Gestik der Fußballspieler in Walzer, Barockornamentierungen oder elektroakustische Sounds, die von Box zu Box wandern.
Aus all dem ergibt sich eine erweiterte Lesart eines Fußballspiels als dramatische, nun in musikdramatisches Vokabular umgesetzte Handlung. Die unharmonische Verbindung zwischen Fußball und Musik verlagert die Höraufmerksamkeit: Der Zuhörer kann nun Musik hören, die in einem Fußballspiel steckt, oder einem Spiel zuhören, das er in der Musik finden kann.
Das Werk wird aus aufgenommenem Klangmaterial komponiert. Diese Klänge werden mithilfe elektroakustischer Tools umgewandelt; das Mastering erfolgt dann im 5.1-Format. Das Werk wird ca. 11 Minuten lang und im eigenen Studio des Komponisten sowie bei LIEM-CDMC, Madrid, komponiert und realisiert.
Edson Zampronha, Komponist, zweifach ausgezeichnet von der brasilianischen Kunstkritikervereinigung APCA, São Paulo, gewann 2005 mit der Künstlergruppe SCIArts den 6. Sergio-Motta-Preis, den renommiertesten Kunsttechnologiepreis Brasiliens, mit der Installation Atrator Poetico - Poetic Attractor. Als Gastkomponist wirkte er an verschiedenen Institutionen wie dem LIEM-CDMC (Madrid), der Phonos-Stiftung (Barcelona) und der University of Birmingham (GB). Seine Kompositionen wurden im Rahmen von herausragenden Konzerten und zeitgenössischen Musikfestivals gespielt – z. B. BEAST Concerts in Birmingham, Festival von Bourges, Sonoimágenes in Buenos Aires, Los Angeles Philharmonic Green Umbrella, JIEM in Madrid und Biennale für Zeitgenössische Brasilianische Musik in Rio de Janeiro. Seine Werke sind auf acht CDs bei verschiedenen Labels und Institutionen erschienen. Zampronha lehrt Musikkomposition an der brasilianischen Universidade Estatal de São Paulo, wo er die Forschungsgruppe für Musik, Semiotik und Interaktivität koordiniert, und leitet ein Doktorandenseminar für Musikwissenschaftler an der spanischen Universidad de Valladolid. Den Doktorgrad in Kommunikation und Semiotik – Kunst – erwarb er an der Katholischen Universität von São Paulo. Zampronha hat als Gastforscher an der Universität Helsinki und als Gastprofessor an der spanischen Universidad de Valladolid und der Universidad Complutense de Madrid gearbeitet. Er ist Autor eines Werks über Notation, Repräsentation und Komposition (Notação, representação e composição, São Paulo: Annablume).
Der konzeptuelle Leitfaden dieser Komposition besteht darin, starke Bezüge zwischen zwei disharmonischen Welten herzustellen – einer Fußballbegegnung und zeitgenössischer ernster Musik. Das Fußballspiel wird musikalisch als dramatischer Handlungsablauf interpretiert, in dessen Verlauf verschiedene Bezüge zwischen Fußball und Musik hergestellt werden. Die Bezüge lassen sich drei Kategorien zuordnen:
1 – Bildliche Bezüge – Konkrete und referenzielle mit Fußball verbundene Klänge werden in musikalische Elemente umgesetzt: ein Schuss mit dem Ball wird zu einer perkussiven Attacke transformiert, ein Schiedsrichterpfiff zu einem Instrumentaltremolo, das Fanfarentröten der Fans im Stadion zu spannungsvollen Soundblöcken.
2 – Strukturelle Bezüge – Teamstrategien werden in musikalisches Vokabular umgesetzt. Die beiden Teams stellen zwei gegensätzliche Pole dar; jedes Team ist einer spezifischen Harmonie zugeordnet. Die Harmonien spielen auf verschiedene Musikkonzepte an (Barock versus Atonalität). Aus dieser Polarität ergibt sich ein Wettstreit um die Höraufmerksamkeit, der die Haupthandlung des Werks ausmacht. Der narrative Charakter wird durch eine besondere, zwischen den Boxen wandernde Klangdynamik und die Transposition von visueller TV-Syntax in musikalische Syntax noch betont.
3 – Symbolische Bezüge – Erste Halbzeit, Pause und zweite Halbzeit des Spiels werden musikalisch in drei Sätze transformiert (Allegro, Intermezzo – welches das Allegro kommentiert – und Vivo). Musikalische Fragmente in den einzelnen Sätzen übertragen die Gestik der Fußballspieler in Walzer, Barockornamentierungen oder elektroakustische Sounds, die von Box zu Box wandern.
Aus all dem ergibt sich eine erweiterte Lesart eines Fußballspiels als dramatische, nun in musikdramatisches Vokabular umgesetzte Handlung. Die unharmonische Verbindung zwischen Fußball und Musik verlagert die Höraufmerksamkeit: Der Zuhörer kann nun Musik hören, die in einem Fußballspiel steckt, oder einem Spiel zuhören, das er in der Musik finden kann.
Das Werk wird aus aufgenommenem Klangmaterial komponiert. Diese Klänge werden mithilfe elektroakustischer Tools umgewandelt; das Mastering erfolgt dann im 5.1-Format. Das Werk wird ca. 11 Minuten lang und im eigenen Studio des Komponisten sowie bei LIEM-CDMC, Madrid, komponiert und realisiert.
Edson Zampronha, Komponist, zweifach ausgezeichnet von der brasilianischen Kunstkritikervereinigung APCA, São Paulo, gewann 2005 mit der Künstlergruppe SCIArts den 6. Sergio-Motta-Preis, den renommiertesten Kunsttechnologiepreis Brasiliens, mit der Installation Atrator Poetico - Poetic Attractor. Als Gastkomponist wirkte er an verschiedenen Institutionen wie dem LIEM-CDMC (Madrid), der Phonos-Stiftung (Barcelona) und der University of Birmingham (GB). Seine Kompositionen wurden im Rahmen von herausragenden Konzerten und zeitgenössischen Musikfestivals gespielt – z. B. BEAST Concerts in Birmingham, Festival von Bourges, Sonoimágenes in Buenos Aires, Los Angeles Philharmonic Green Umbrella, JIEM in Madrid und Biennale für Zeitgenössische Brasilianische Musik in Rio de Janeiro. Seine Werke sind auf acht CDs bei verschiedenen Labels und Institutionen erschienen. Zampronha lehrt Musikkomposition an der brasilianischen Universidade Estatal de São Paulo, wo er die Forschungsgruppe für Musik, Semiotik und Interaktivität koordiniert, und leitet ein Doktorandenseminar für Musikwissenschaftler an der spanischen Universidad de Valladolid. Den Doktorgrad in Kommunikation und Semiotik – Kunst – erwarb er an der Katholischen Universität von São Paulo. Zampronha hat als Gastforscher an der Universität Helsinki und als Gastprofessor an der spanischen Universidad de Valladolid und der Universidad Complutense de Madrid gearbeitet. Er ist Autor eines Werks über Notation, Repräsentation und Komposition (Notação, representação e composição, São Paulo: Annablume).
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