Esther Venrooy/Belgien

“shift coordinate points” (2005)
“signal to noise” (2006)

Wer je ein Kurzwellenradio bessesn hat, erinnert sich vielleicht an die zahlreichen "Zahlen-" oder "Spionagesender". Wessen Stimme rezitierte da so unermüdlich scheinbar zufällige Folgen von Zahlen, Phonemen und Worten? Und an wen waren diese kryptischen Botschaften gerichtet? Die Nachrichten blieben unentschlüsselbar, ihr Inhalt wohl nur dem zugedachten Empfänger verständlich. Radioamateure und Fanatiker, die dieses Phänomen jahrelang beobachtet haben, sind überzeugt, dass die Stationen weltweit von Geheimdiensten betrieben werden, um ihren Mitarbeitern Koordinaten und Aufgaben zu übermitteln.

geb. 1974, lebt in Ghent
Sie studierte an der Kunsthochschule in Arnheim klassisches Saxophon und nahm danach an einem Composer-In-Residence Programm des European Dance Development Center teil. Währned dieser Zeit begann sie, digital manipulierte Klänge in Tanz- und Perfomancestücken zu verwenden. Sie entwickelte und produzierte ein dreiteiliges Tanzstück basierend auf den Bildern von Francis Bacon unter dem Titel " Three Movements for a Figure ". Am Institut für Psychoakustik und Elektronische Musik (IPEM) in Gent, wo sie auch lebt, studierte sie digitale Klangtechnologien und präsentierte ihre Ergebnisse in einem 8-Kanal Konzert.
Obwohl anfangs eher funktional, hat sich ihre Musik zu einem mehr und mehr unabhängigen Ausdrucksmedium entwickelt, in dem sie traditionelle Kompositionstechniken mit persönlichen Arbeitsmethoden kombiniert. "Meine Kompositionen entstehen sehr ähnlich, wie Filme geschnitten werden...Gegenüberstellen von auralen Bildern und Geräuschschnipseln zu einem Gesamteindruck." Gefundene Klänge werden digital verändert und mit elektronisch erzeugten Geräuschen, dekonstruierter Sprache und traditionellen Instrumenten kombiniert.

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